Memoratorium #4

Mit meinem Bruder das GEspräch,
Welcher Film der bessere sei, DO THE RIGHT THING
oder LA HAINE – ich war für letzteren,
Auswegslos europäisch mein Blick, mein Geschmack,
An Frieden gewohnt – nach Krieg durstig; bei Spike Lee:
Jede Szene posterreif, ein buntes Märchen des schwarzen Amerikas,
Die Mythologie entzieht sich der Dialektik, ist zeitlos – in einer Zeit
Nach Zeit hungrig: bei Kassovitz: Der Realismus verträgt keine Farbe,
Schwarz und weiß ist grau und grau sickert durch die Leinwand –
Erstarrt vor dem Bildschirm am Tag der Demonstration für den Tod
Von George Floyd – ich frage mich, was ich tun würde und könnte,
Wenn ich Vinz, Hubert, Saïd treffen würde, im Theater oder anderswo,
Ihre aufgerissenen Augen mich nach meiner Kunst – ein Schimpfwort – befragend,
Ihre Existenz meine Widerlegung, ihr Unverständis meine Bedeutungslosigkeit,
Keine Worte retten mich vor der schwarzen Materie, aus der Privilegien gebaut sind,
Ein Glück, dass die Theater geschlossen sind, an den alten Gebäuden Verzierungen
Aus Stacheldraht. WAS RICHTET EIN REIM AUS GEGEN DIE STROHKÖPFE
FRAGST DU NICHTS SAGEN EINIGE ANDERE WENIG
FÜR UNS IST DIE SPANNE ZWISCHEN NICHTS UND WENIG –
Das konnte Müller noch schreiben in den fünfziger Jahren, die Hände
Schmutzig vom REAL EXISTIERENDEN SOZIALISMUS, heute
Sind Hände sauber, sie riechen nach Seife und Desinfektionsmittel,
Und ich weiß, die Spanne zwischen Nichts und Wenig ist zu wenig, nichts,
Wenn im Hintergrund die Luft bebt und ich mache die Fenster zu,
Weil die Bauarbeiten mich stören, JUSQU’ICI TOUT VA BIEN –
Ich suche nach Bildern, die weh tun, ich kann meine Gesundheit
Nicht ertragen, JUSQU’ICI TOUT VA BIEN – der Hass passt
In kein Museum mehr, wenn die im Bild Gefangenen nach
Der Bauart des Rahmens fragen, JUSQU’ICI – freier Fall
Im vorgelegten Schwebezustand, wie willst du fliegen lernen
Mit beiden Füßen auf dem Boden, TOUT VA BIEN – bich ich lande.
DAS LETZTE PROGRAMM IST DIE ERFINDUNG DES SCHWEIGENS:
Als erstes kommer der Ekel vor weißen Wörtern auf weißem Papier –
Als zweites kein Trost in den Bildern – aus Minneapolis, Buffalo,
Washington DC – im Wettrennen nach Erklärungen laufe ich gegen
Den Wind – EIN NEGER – Zitat – IST DERJENIGE DER AN EINE WAND
OHNE TÜR GEDRÄNGT DENNOCH GLAUBT SIE WERDE SICH
AM ENDE SCHON ÖFFNEN ER SCHLÄGT GEGEN DIE WAND
BITTET UND FLEHT SCHLÄGT WIEDER IN DER HOFFNUNG
MAN WERDE EINE TÜR ÖFFNEN DIE ES GAR NICHT GIBT –
Zitat Ende – das Wort brennt noch im Mund, unmöglich, es ohne
Verachtung auszusprechen, warum verstehe ich es jetzt erst –
Achille Mbembe, der Zukunftsträumer, an seinem Professorentisch
In Johannesburg watend durch Zitate, was denkt er, der Gewaltlose,
Während er Fanon liest, wissend, dass jede Wand jedes Gebäudes
Eine Mauer ist, jede Tür nur Bühnenbild für das immer gleiche Stück,
Führend nirgendwohin, was denkt er, der Kritiker der schwarzen Vernunft,
Auf der Suche nach dem Menschen im Reich der Mathematik, wo Eins
Nicht gleich Eins ist, was denkt der Denker im Kampf gegen die Algorithmen.
Im Video, auf dem George Floyd immer wieder stirbt, schlechtes Theater,
Acht Minuten und sechsundvierzig Sekunden zu lang, die Rollen nur skizziert
Vom hastigen Regisseur – bewusst männlich -, Ode an das Reich der Notwendigkeit,
Choreographie der Zahlen – die weiße Eins erstarrt in der Pose des Siegers, die Rolle
Kaschiert den schlechten Schauspieler, ehrerbietig kniend auf der schwarzen Null,
Sein Opfer aufdrängend einem Deus ex Machine, der immer verspätet kommt wenn überhaupt –
Gestern vor dem Schlaf der Gedanke, was wäre wohl passiert,
Wenn ein Polizeikollege oder Umstehender den Mörder
Weggeschubst hätte, George Floyd würde noch leben, das
Geschehen wäre Anekdote für wenige, schnell vergessen,
Und der tägliche Mordbetrieb könnte ungestört weitergehen,
Die Toten haben mehr Hebelkraft, aber das kann ich nur sagen
Weil ich noch lebe, die Wiese vor meinem Fenster SCHAMLOS GRÜN –
Achille Mbembe im Flugzeug nach Deutschland, seinen zu engen Krawattenknoten
Lösend- so stelle ich ihn mir vor -, des Antisemitismus beschuldigt von den Enkeln
Des dritten Reichs – was denkt er, während er die Bilder sieht, Beweise seiner Theorie.
Die Hände sind zu Fäusten verhärtet, von den unaufhörlichen Schlägen,
Der Putz der Wand bröckelt, sie sehen, es gibt keine Tür, erfinden sich
Als Architekten neu, um die Leichen im Zementwerk zu befreien, Stroh
Ist gutes Material, es steckt sich mämlich leichter an mit Feuer, die Köpfe
Brauchen keine Worte um zu verstehen, was sie schon wissen –
Zerstörung des Bühnenbilds, die Inszenierung wird abgebrochen
Im Aufstand gegen die Tyrannei des Textbuchs, Angsttraum
Der Regie: Die Darsteller weigern sich, mitzuspielen –
Das neue Theater findet auf der Straße statt, Feuchttraum
Der Avantgarde, die Vernichtung des unschuldigen
Zuschauers – Totale Kunst, Totaler Krieg – gestatten
Sie, Herr Professor, dass ich mein József zitiere:
VALAMI NAGY – NAGY TÜZET KÉNE RAKNI
HOGY MELEGEDNÉNEK AZ EMBEREK –
Im Feuer des Polizeireviers von Minneapolis
Die stalinistische Weisheit, der neue Mensch wird
Aus den Eingeweiden des Alten geboren –
Gestatten Sie, dass ich mich selbst zitiere:
DAS WENIG SCHÖNE GERECHTFERTIGT NICH
DAS WEITERBESTEHEN DES BÖSENS – wir wollten,
Es wäre so einfach, Herr Professor, dass ein Feuer reichen würde
Um die Zukunft zu schmiede – wir wissen aber, unsere Arbeit
Beginnt jetzt erst, DIE RUINEN MÜSSEN ZUM NEUAUFBAU
VERWENDET WERDEN WÄHREND SIE NOCH HEISS SIND
DAS HEISST BEVOR SIE IN MUSEEN EINGESPERRT WERDEN –
Ich danke Ihnen, Herr Profesoor, dass Sie meine Augensockel erweitert haben,
Mit beiden Händen meine Gesichtsknochen zertrümmernd,
Und dass Sie mir das Schweigen beigebracht haben
In einer Zeit, in der Wörter schwarz oder weiß sind.
Aber man kann nicht einen Krieg durchstehen, eine ungeheure Unterdrückung ertragen,
um dann Hass oder Rassismus siegen zu lassen. Der Rassismus, der Hass, das
Ressentiment; „das legitime Rachebedürfnis“ können keinen Befreiungskrieg unterhalten.
Diese Blitze im Bewusstsein, die den Körper auf stürmische Wege werfen, ihn in einen
quasi pathologischen Traumzustand fallen lassen, wo das Gesicht des anderen mich in
einen Taumel stürzt, wo mein Blut nach dem Blut des anderen schreit, wo mein Tod
automatisch den Tod des anderen verlangt, diese große Leidenschaft der ersten Stunde
bricht auseinander, wenn sie sich von ihrer eigenen Substanz ernähren will.
Das schrieb Fanon im siebten Jahr der Revolution,
Vier Monate nun vor der Beendigung des Kriegs,
Mit Lungen gefüllt vom weißen Blut der Schlachten
Und der Leukämie, wissend, der Kampf geht weiter
Und wird ihn überleben, wissend, nach der Befreieung
Beginnt der letzte Krieg, die Befreiung des Menschen
Von sich selbst. Im TRAUMZUSTAND der ersten Woche –
Mbembe, der Bloch-Leser, jubelt – nach dem Handbuch
Des Aufstands, sechsundfünfzig in Ungarn mit Blut
Geschrieben auf roten Fahnen, MAN BEGINNT
DIE POLIZISTEN ZU ENTWAFFNEN STÜRMT
ZWEI DREI GEBÄUDE EIN GEFÄNGNIS
EINE POLIZEISTATION EIN BÜRO DER
GEHEIMPOLIZEI DER REGIERUNG SETZT
TRUPPEN EIN PANZER – Hamlet tötet den toten Vater,
Elektra muss auf Orest nicht mehr warten – damit der Aufstand
Länger gehen kann werden Schuhläden ausgeplündert, JEDEM
DAS SEINE, in den Rauchschwaden zeichnet sich der Ruf ab:
WIR ERKLÄREN DEN KRIEGSZUSTAND DIESER WELT,
Was verborgen ist wird auf die Straße gebracht – es ist Gewalt und Lärm.
Aber der Führer des Aufstand erkennt täglich mehr, dass der Hass allein kein Programm
liefern kann. Außer aus Perversion kann man nicht darauf vertrauen, dass der Gegner es
schon so einrichten wird, dass er seine Verbrechen vermehrt, den „Graben“ vertieft und
damit das ganze Volk auf die Seite des Aufstands wirft.
In der zweiten Woche: Ekel vor dem weißen Marmor,
Ikonoklasmus – ich muss diese Bilder zerstören, da ich
Darin nicht vorkomme – Geschichte wird geschrieben
Auf den ausradierten Stellen in den Geschichtsbüchern,
Es ist immer so gewesen, warum soll es jetzt anders sein,
Die Erklärer werden noch warten müssen, bis ihre Stunde schlägt,
Und sie ihre DICHTUNG in die WAHRHEIT hineinprügeln dürfen.
Am Straßeneck, wo George Floyd ermordet wurde, ragt seine geballte Faust
Aus der Erde, Tote gegen Toge, der schlaffe Ovid ist widerlegt, kein Trost
In der Verwandlung, selbst der Stein muss kämpfen gegen den Stein,
Auf dem Sockel der Statue von Rober Lee in Richmond, Virginia,
Die Name der Toten seiner Sklavenherrschaft, Familienausflüge
Werden veranstaltet, um den Kindern zu zeigen, dass der Tod
Keine Rettung mehr ist. Die Straße lernt sprechen, ringt nach Worten.
Die Ziele des Kampfes dürfen nicht in der Unbestimmtheit der ersten Tage
steckenbleiben.
Die Forderungen werden präziser, Reformpläne
Besprochen, in den aufständischen Vierteln wird
Utopie geprobt, die weiteren Proteste organisiert,
JEDER NACH SEINEN FÄHIGKEITEN
JEDEM NACH SEINEN BEDÜRFNISSEN –
Solidaritätsbekundungen aus allen Kontinenten,
Senegal, Italien, Brasilien, die Kämpfe in Hong Kong
Schließen sich nahtlos an, Ausbreitung eines neuen Virus,
Durch Impfung gegen das Alte, DAS LETZTE KRIEGSZIEL
IST DIE ATEMLUFT – jeder Bildschirm steht in Flammen.
Dann der Klimawechsel. Nieselregen.
Im Laufe des Kampfes erhalten die Polizeikräfte Instruktionen: das Verhalten wird
nuanciert, „vermenschlicht“. […] Die Gesten der Höflichkeit und des
Entgegenkommens vermehren sich. […] Der Kolonisierte hat konkret den
Eindruck, eine Veränderung zu erleben. […] Der Hunger des Kolonisierten ist so
groß, sein Hunger nach allem, was ihn zum Menschen macht, ist so unbezähmbar,
dass diese Almosen ihn hier und da erschüttern können.
Ab der dritten Woche die schlimmste Zeit: Die Zeit des Trostes.
Als meine Großmutter starb – in ihren letzten Jahren sagte sie
Am TElefon TI VOGLIO BENE, ein Fremdwort, das sich schwer
Mit ihrem Dialekt vertrug, es gehörte nicht zu ihr, sie griff nach
Wörter, wahllos, um mich zu erreichen, ich bin immer ihr
Liebling gewesen – war ich in München verwickelt in einer
Unglücklichen Regiearbeit und einer unglücklichen Beziehung.
Ohne Zeit und ohne Geld, mit den Folgen meiner Unlust lustlos
Kämpfend, ich fuhr nicht nach Neapel, sonst hätte ich gesehen,
Was das heißt, GENERI DI CONFORTO, unübersetzbar ins
Kleinbürgerdeutsch, Trostgüter vielleicht: Um sechs in der Früh
Am Tag des Begräbnis brachte die erste Konditorei den Kindern
Der Verstorbenen eine Kanne heißen Kaffee und Croissants, der
Enge Küchentisch füllte sich im Laufe des Vormittags, meine
Tante stellte ein Tabett auf die Straße für die Kinder, die
In den Gassen Fußball spielten, so wie ich es einst tat, das Grab
Wird aber nicht mit Zucker verschüttet, sondern mit Erde,
Dem Hungernden Kaffee zu geben verdirbt ihren Magen nur.
Deshalb muss man immer wieder alles erklären und dem Militanten verständlich
machen, dass er sich durch die Konzessionen des Gegners nicht blenden lassen
darf. Diese Konzessionen, die nichts anderes als Konzessionen sind, betreffen nicht
das Wesentliche, und vom Standpunkt des Kolonisierten aus kann man behaupten,
dass eine Konzession nicht das Wesentliche betrifft, wenn sie nicht das Wesen des
Kolonialregimes angreift.
Sie fordern Freiheit, sie bekommen Rechte, die Proteste:
Ein paar Sonnenstrahlen in der Eiszeit, nicht mehr, als
Die angespannten Muskeln sich in Kaufkraft verwandeln
Und die Parolen in Werbeslogans, der Lebensersazt bekommt
einen schwarzen Anstrich, die weißen Männer nicken verständnisvoll
Und überreichen die Unterlagen für die Lebensversicherung, SCHWARZE
LEBEN ZÄHLEN, die Frage ist wie viel, der Weltmarkt rekelt sich, gerade
Aufgewacht von der Zwangspause, die unbenutzt vorbei geht, LOOK AT
ALL THESE SLAVE MASTERS POSING ON YOUR DOLLAR während
Der Kaufakt abgeschlossen wird, Vertragsklausel: Bedingungslose Kapitulation.
Was der Kolonisierte durch den politischen oder bewaffneten Kampf erreicht,
verdankt er nicht dem guten Willen oder dem guten Herzen des Kolonialherrn,
sondern es beweist nur die Unmöglichkeit, die Konzession weite
hinauszuschieben. Mehr noch, der Kolonisierte muss wissen, dass nicht der
Kolonialismus macht, sondern er selbst. Wenn die britische Regierung beschließt,
der afrikanischen Bevölkerung einige Sitze mehr in der Nationalversammlung von
Kenia zuzubilligen, so kann man nur mit großer Schamlosigkeit und
Bewusstlosigkeit behaupten, die britische Regierung habe Konzessionen gemacht.
Sieht man nicht, dass es das Volk von Kenia ist, das Konzessionen geachmt hat?
Der kleine Trost ist schnell verzeht, der Kaffee leergetrunken,
Nach dem OPTIMISMUS DER WILLE tritt wieder der
PESSIMISMUS DES VERSTANDES ein, als die Fronten,
Auseinandergewirbelt vom Maisturm, sich wieder bilden.
Die vierte Woche der Proteste beginnt mit Müdigkeit,
Der Hunger nach Zeit bleibt ungesättigt, entsättigt
Die Bilder wieder schwarz und weiß, grau und grau,
Keine Mythologie ist möglich vor dem einzigen Gott:
THE BUSINESS MUST GO ON – nach dem Geschichtsblitz
Die schreienden Kehlen geschlossen wieder im Würgegriff,
CHOKEHOLD, das letzlich doch nicht verboten wurde.
Auf dem Opernplatz in Hannover zwischen erhobenen Fäusten,
Auf der Zugfahrt zurück während der belanglosen Gesprächen
Über eine Zukunft, die der Vergangenheit gleicht, am Schreibtisch
Mit geöffnetem Fenster, wodurch der Sommer sich hereinschleicht,
Diesen Text für Frankfurt schreibend weil Schweigen nicht erlaubt ist,
Kehrt die Einsamkeit wieder, mein Gegengift gebraut aus Trostlosigkeit.
Der Trost ist eine weiße Bestie, sie frisst den Hunger auf, und ich verstehe
Die Mängel meines europäischen Blicks, unbedeutend aus der Perspektive
Der an Krieg Gewohnten, nach Frieden Durstigen, mein Programm aber bleibt
Die Ausmerzung der Zufriedenheit, der Kamp der Fäuste gegen die Schwerkraft
Die Worte von Doctor King umgedichtet von der Sprecherin in Rom, Piazza del Popolo,
WE DON’T WANT TO DREAM ANYMORE – geschrien im Jahrhunder der sich senkenden
Augenlider, und wenn es sein muss lerne ich Feuer schlucken, um es zu schützen vor den Strahen
Der Wasserwerfer, die das Stroh auslöschen, und fresse Papier, damit es weiter brennen kann.
Sie dürfen sich nicht einbilden, das Ziel sei erreicht. Sie dürfen auch nicht, wenn
man ihnen die wirklichen Ziele des Kampfes erklärt, diese für unerreichbar
halten. Noch einmal, man muss erklären, das Volk muss sehen, wohin es geht
und wie man dahin kommt. Der Krieg ist keine Schlacht, sondern eine Folge
lokale Kämpfe, von denen in Wahrheit keiner entscheidend ist.
Man muss erklären, schreibt Fanon, die Spanne
Zwischen Nichts und Wenig weiter erweitern
Mit den wenigen fragilen Mitteln der Gegenwart.
Lerne Leiden, lerne Klagen, lerne Schweigen –
Der Befreiungskampf besteht nicht darin, mit einem einzigen Schritt eine ganze
Etappe zu überspringen. Das Epos ist alltäglich, schwierig, und die Leiden, die
man ertragen muss, übersteigen alle Leiden der Kolonialperiode.
Lerne, dass du Unterdrückter und Unterdrückte bist zugleich
Sorge dafür, dass dein Halst stark genug ist für zwei Köpfe,
Innerer Klassenkampf – die Erfindung der NEUEN HAUT,
Und wenn ich mich selbst nicht enthäuten kann, muss ich
Das Weiße des Papiers mit Tinte schwärzen unaufhörlich,
Bis ich meiner privilegierten Farbe überdrüssig bin –
Bis es keine Hungernden mehr gibt.
Der letzte Kampf ist
Die Befreieung des Menschen
Von sich selbst.
Morgen lasse ich mir ein Tattoo stechen.

Danijel Szeredy
17.06.2020

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